Begegnung mit Fred Spiegel

 

Fred Spiegel ist jüdischen Glaubens und einer der wenigen Zeitzeugen des 2. Weltkrieges. Er besucht Schulen, um den Schülern und Lehrern offene Fragen zu diesem Thema zu beantworten, indem er seine eigenen Erfahrungen preisgibt.

Am 08.07.2011 besuchte Fred Spiegel, der in Dinslaken geboren wurde, die EBGS in Dinslaken, um den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 11 und 12 über seine Vergangenheit zur Zeit des Holocaust zu berichten.

In den Geschichtsstunden zuvor haben wir uns ausführlich mit seiner Biografie auseinandergesetzt, um auf die Begegnung mit Fred Spiegel vorbereitet zu sein.

 

Zu Beginn herrschte völlige Anspannung und Ehrfurcht als Fred Spiegel den Raum betrat. Dann, am Anfang der Konversation löste sich die Spannung sofort, da er uns als sympathischer und offener Mann entgegen trat. Für ihn war es selbstverständlich, uns nichts vorzuwerfen, da wir nicht die Tätergeneration sind. Im Gegenteil - er wollte uns zeigen, dass es wichtig ist, über die Vergangenheit Bescheid zu wissen, damit so etwas nicht nochmal geschieht.

Fred Spiegel erzählte offen über seine Lebensgeschichte als Deutscher mit jüdischem Glauben und auch über tragische Verluste in seiner Familie zu dieser Zeit.

Sechs Jahre seines Lebens verbrachte er in Dinslaken und wohnte in einem Haus in der Bismarckstraße. Dort lebte er mit seiner Mutter, da sein Vater früh verstarb, sowie mit seinen zwei Geschwistern.

 

Als andere Kinder anfingen, ihn als „Judenschwein“ zu beleidigen, ging er zum Spielen nur noch in ein Jüdisches Waisenhaus. Dieses befand sich auf der Neustraße, wo jetzt ein Drogeriemarkt (DM) ist. Fritz Spiegel war zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung, daher konnte er nicht verstehen, warum die anderen Kinder ihn anfingen zu beleidigen.

 

In der Reichspogromnacht brannten viele Synagogen in Deutschland. Außerdem wurde das Waisenhaus von der SS gestürmt. Im Laufe der Zeit wurde Fred Spiegel in verschiedene Städte und Länder deportiert. „Ich habe nur durch 99% Glück überlebt“, waren seine Worte. Teilweise verbrachte er mehrere Monate in verschiedenen Arbeitslagern, wo er viele schreckliche Dinge erleben musste.

 

Auf seiner letzten Deportation wurden er und viele andere jüdische Gefangene, durch einen glücklichen Zufall, von amerikanischen Soldaten befreit. Nach der Befreiung ging er mit seiner Mutter nach Chile, blieb dort allerdings nicht lange, sondern reiste weiter in die USA, wo er auch heute noch lebt. .
Fred Spiegel wird weiterhin an vielen Schulen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zum Holocaust berichten und aufmerksam machen