WP II - Pädagogik

 

Patenschaft als Qualifikation

Um die Berufsorientierung des Faches deutlicher zu machen, überlegten wir uns in der Fachschaft, was wir den Schülerinnen anbieten können, und kamen dabei recht schnell auf unseren Partnerbetrieb das St. Franziskus Alten- und Pflegeheim. Nach mehreren Vorgesprächen mit Frau Hartmann, der Leiterin des Sozialen Dienstes, beschlossen wir, eine Patenschaft zwischen den jungen und alten Menschen zu initiieren und hofften auf Bereicherung für beide Seiten. Am 30. November war es dann endlich soweit und die Spannung war sowohl auf Schülerinnen- als auch auf Lehrerinnenseite sehr groß: Würden wir mit offenen Armen aufgenommen? Hätten wir gegen Vorurteile zu kämpfen? Was macht man mit dementen Menschen? Sind 90 Minuten zu lang oder zu kurz? Und so weiter und so fort.

Im Heim stellten wir uns „unseren“ zu Betreuenden vor und ab da lief es wie von selbst! Die Schülerinnen erzählten von sich, hörten Geschichten aus der Jugendzeit der Heimbewohner, spielten Gesellschaftsspiele, sangen oder gingen spazieren – und eigentlich waren alle überrascht, als es Zeit war zu gehen. Das Versprechen wieder zu kommen fiel niemandem schwer!

 

 

 
 

Heute, zwei Monate nach unseren ersten Gehversuchen im Heim, können wir sagen, dass es den meisten Schülerinnen viel Spaß macht. Zwischen einigen Schülerinnen und ihren Paten hat sich eine recht enge Beziehung entwickelt. Auch über die Ferien oder bei Erkrankung der alten Menschen wurde fleißig weiter besucht. Natürlich gibt es auch Probleme. So sind einzelne Schülerinnen überfordert, manchmal fehlt einfach die Zeit oder die alten Damen vergessen, wer ihre Paten sind oder fühlen sich ihrerseits überfordert von den jungen Menschen.

Insgesamt jedoch können wir eine positive Bilanz ziehen und möchten an dieser Stelle allen Beteiligten weiterhin viel Durchhaltevermögen, Spaß und Kraft wünschen und bedanken uns für die Bereitschaft an dem Pilotprojekt teilzunehmen.

T. Kallweit und M. Schink