Am 27. November 2025 fuhren wir, die Q1 Kunstkurse, mit Frau Petterson und Frau van de Löcht, zum Museum Folkwang in Essen und besuchten die Ausstellung Listen to the Echo von William Kentridge. Nach der Anfahrt mit dem Zug und einem kurzen Fußweg zum Museum dokumentierten wir die Exkursion zuerst mit einem Gruppenfoto auf der Treppe:
Informationen zum Künstler:
William Kentridge (1955, Johannesburg) gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern weltweit. Bekannt wurde er durch seine animierten Kurzfilme, in denen er sich kritisch mit der Geschichte und damaligen Gegenwart Südafrikas auseinandersetzte. Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur, Tapisserie und multimediale Bühnenarbeiten prägen sein vielfältiges Werk. Er wuchs, als weißer in einer Umgebung auf, in der seine litauisch-jüdische Familie gegen das System kämpfte, während sie selbst von der weißen Vorherrschaft profitierte. Sein Vater, Verteidiger von Nelson Mandela, war einer der Ursachen, dass Kentridge schon früh mit Rassismus und Ungerechtigkeit konfrontiert wurde. Diese Position prägte seine Werke, in denen er weiße Eliten kritisierte und Verantwortung für historische Verbrechen übernimmt.
Anlässlich seines 70. Geburtstags zeigt das Museum Folkwang eine umfassende Ausstellung mit Werken aus über vier Jahrzehnten. Ein Schwerpunkt sind die Filme Drawings for Projection, die dem Wandel Johannesburgs und das Erbe der Apartheid thematisieren. Auch Kolonialismus spielt eine sehr wichtige Rolle, worauf ich im Laufe des Textes nochmal eingehen werde.
Ablauf der Exkursion:
Kurz hatten wir Zeit uns das Museum und die ständige Sammlung eigenständig anzuschauen, bis wir in den jeweiligen Kursen eine 1-Stündige Führung bekamen. Vorab wurden uns Informationen über Kentridge selbst und über das Museum mitgeteilt.
Er selbst zeichnet hauptsächlich mit Kohle und geht virtuos mit dem Medium um. Von verwischen, übermalen, bis abtragen, findet man in seinen gezeichneten Werken viele Techniken. Es wurde uns einiges erklärt, besonders zu einem seiner Werke, “FALLS LOOKING UPESTREAM” (Bild unten zu finden). Es gehört zu der Bildserie “Colonial Landscapes” in der er romantische koloniale Landschaftsbilder zeigt, aber durch farbige Markierungen und Linien das Bild dynamisch wirken lässt und sichtbar macht, wie Europa diese Landschaft gewaltsam für sich beansprucht hat.
Auch zeichnete er in seinen Kurzfilmen mit Kohle. Insgesamt bietet das Museum 4 Kurzfilme Kentridges an, wovon wir einen betrachten durften. In “Black Box/Chambre Noire” behandelte Kentridge die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia Anfangs des 20. Jahrhunderts. Dabei zeigte er Landschaften, Menschen und Ereignisse, die wie ausradiert oder verzerrt erscheinen, was das Vergessen und die verdrängte Erinnerung symbolisiert und zeigt, dass Geschichte nie vollständig und neutral erzählt wird.
Weiter ging es in einen Raum, in dem verschiede Werke mit dem Hauptmotiv eines Baumes gezeigt wurden. Diese sahen aus wie wild gepinselt, waren in Wirklichkeit jedoch ausgeschnitten. Beim genaueren Hinsehen, erblickt man Wörter, die in die Bäume eingebracht wurden, welche seine Hauptthematiken widerspiegeln. “Tree” von William Kentridge ist ein Werk aus seiner Baum-Serie, in dem Bäume aus zerrissenen Buchseiten, auch Prozesse seines Vaters, durch Kohle und Pastell zu neuen Buchseiten hergestellt werden (Bild unten zu finden). Es symbolisiert Vergänglichkeit, Kindheitserinnerungen und südafrikanischem Landschaftstraditionen. So verbindet Kentridge in “Tree” Naturbilder mit historischen und emotionalen Dimensionen.
Da wir William Kentridge im Unterricht bereits durchgenommen hatten, ist es spannend gewesen auch mal in der Realität die Bilder Kentridges zu begutachten. So bekam man eine bessere Vorstellung, konnte sein Wissen umsetzen und Kentridges Bilder besser verstehen.
Text: Amy Romich (Schülerin der Q1) & Fotos: V. Petterson





