Mit der Digitalen Klasse (7a) erprobt die Ernst-Barlach-Gesamtschule Dinslaken seit dem Schuljahr 2025/26 ein innovatives Unterrichtskonzept, das digitales Lernen nicht als Zusatz, sondern als integralen Bestandteil zeitgemäßer Schulentwicklung versteht.
Das Projekt ist bewusst als Pilotvorhaben angelegt und richtet sich an alle, die Schule zukunftsfähig, inklusiv und kompetenzorientiert gestalten wollen.
Die Digitale Klasse ist dabei keine reine iPad-Klasse, sondern ein didaktisches Gesamtkonzept, das Lernprozesse neu strukturiert, Rollen verändert und individuelle Lernwege ermöglicht.
Digitale Schule – Auszeichnung und Weiterentwicklung
Am 23. September 2025 wurde die EBGS als Digitale Schule (bitte klicken!) ausgezeichnet.
Diese Ehrung verstehen wir nicht als Abschluss, sondern als Startpunkt für vertiefende Schulentwicklung. Die Digitale Klasse knüpft direkt an diese Auszeichnung an und macht sichtbar, wie digitale Bildung im Unterricht konkret, reflektiert und wirksam umgesetzt werden kann.
Ein multiprofessionelles Team
Geleitet wird die Digitale Klasse von einem festen Klassenteam:
- Frau Temizcan (Englisch, Team Digitales)
- Frau Heilmann (Mathematik)
- Frau Schmitz (Multiprofessionelles Team – MPT)
Die enge Zusammenarbeit im Team ermöglicht eine kontinuierliche Begleitung, regelmäßige Reflexion und eine passgenaue Unterstützung der Schülerinnen und Schüler.
Inklusion als Grundprinzip – nicht als Zusatz
Die Digitale Klasse ist eine Inklusionsklasse. Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler hat bereits in Klasse 5/6 mit dem iPad gearbeitet. Diese Vorerfahrungen werden gezielt aufgegriffen und weiterentwickelt.
Digitale Werkzeuge eröffnen dabei neue Möglichkeiten:
- unterschiedliche Lernniveaus innerhalb des Klassenverbandes
- individuelle Zugänge zu Inhalten (z. B. visuell, auditiv, schrittweise)
- selbstbestimmtes Lernen im eigenen Tempo
Eine äußere Differenzierung findet bewusst nicht statt – stattdessen steht binnendifferenzierter Unterricht im Zentrum.
Was läuft in der Digitalen Klasse konkret anders?
Der Unterricht in der Digitalen Klasse folgt klaren didaktischen Leitlinien:
Lernen ist individualisiert
Alle Schülerinnen und Schüler arbeiten in einer 1:1-Ausstattung mit iPads. Aufgaben werden auf unterschiedlichen Niveaustufen angeboten, Lernwege können individuell gewählt werden. Digitale Schreibhefte unterstützen die Selbstorganisation.
Lernen ist kooperativ
Digitale Tools fördern Zusammenarbeit, Peer-Learning und gemeinsame Lernprodukte. Schülerinnen und Schüler arbeiten kollaborativ an Präsentationen, Lernpfaden oder Projekten und geben sich gegenseitig Rückmeldung.
Lernen ist produktorientiert
Neben klassischen Unterrichtsformaten entstehen kreative Lernprodukte wie:
- digitale Portfolios
- Podcasts und Erklärvideos
- digitale Bücher oder Präsentationen
Diese Produkte machen Lernprozesse sichtbar und fördern nachhaltiges Lernen.
Selbstgesteuertes Lernen als Schlüsselkompetenz
Ein zentrales Element der Digitalen Klasse ist das selbstgesteuerte Lernen. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler schrittweise dazu zu befähigen, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen – inhaltlich, methodisch und organisatorisch.
Digitale Werkzeuge unterstützen diesen Prozess gezielt:
Lernaufgaben sind klar strukturiert, transparent formuliert und auf unterschiedlichen Niveaustufen verfügbar. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden – angeleitet und begleitet – in welchem Tempo, mit welchen Hilfsmitteln und auf welchem Weg sie sich Inhalte erschließen.
Ein wichtiger Bestandteil ist die regelmäßige Reflexion. In digitalen Lerntagebüchern halten die Schülerinnen und Schüler fest,
- was ihnen gut gelungen ist,
- wo sie Unterstützung benötigen,
- und welche nächsten Lernschritte sinnvoll sind.
Die Rolle der Lehrkräfte verändert sich dadurch bewusst:
Sie strukturieren Lernprozesse, geben Orientierung, bieten Feedback und unterstützen bei der Planung – greifen jedoch weniger steuernd ein. So entsteht Raum für Eigeninitiative, Motivation und nachhaltiges Lernen, ohne die Lernenden allein zu lassen.
Gerade in der inklusiven Lerngruppe ermöglicht selbstgesteuertes Lernen, unterschiedliche Lernvoraussetzungen zu berücksichtigen, individuelle Stärken sichtbar zu machen und Erfolgserlebnisse zu schaffen.
So lernen unsere SchülerInnen selbstgesteuert
In der Digitalen Klasse übernehmen die Schülerinnen und Schüler zunehmend Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess. Selbstgesteuertes Lernen ist dabei klar strukturiert, begleitet und fest im Unterrichtsalltag verankert.
Flexible Lernumgebung (Churermodell)
Der Klassenraum bietet unterschiedliche Arbeitsplätze (z. B. Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenbereiche, ruhige Zonen).
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst,
- wo sie arbeiten,
- mit wem sie zusammenarbeiten
- und welche Lernumgebung sie für ihre Aufgabe benötigen.
Lernen im eigenen Tempo
Neue Inhalte werden häufig über Erklärvideos, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder Lernpfade eingeführt.
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich Themen selbstständig, können Inhalte wiederholen oder vertiefen und ihr Lerntempo individuell anpassen.
Transparente Aufgaben & klare Ziele
Alle Aufgaben sind klar strukturiert, differenziert und mit transparenten Lernzielen versehen. So wissen die Lernenden jederzeit:
- Was soll ich lernen?
- Wie kann ich vorgehen?
- Wann habe ich mein Ziel erreicht?
Unterstützung nach Bedarf
Die Lehrkräfte begleiten den Lernprozess aktiv, geben Impulse, Feedback und Hilfestellung – genau dann, wenn sie benötigt wird.
Auch Peer-Learning spielt eine wichtige Rolle: Schülerinnen und Schüler unterstützen sich gegenseitig und erklären Inhalte auf Augenhöhe..
Die Rolle der Lehrkraft
In der Digitalen Klasse verstehen sich Lehrkräfte zunehmend als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter.
Der Fokus liegt weniger auf reiner Wissensvermittlung, sondern auf:
- der Gestaltung differenzierter Lernangebote
- der Begleitung individueller Lernprozesse
- der Förderung von Medien-, Methoden- und Selbstkompetenz
Neue Wege der Leistungsbewertung
Auch die Leistungsbewertung wird in der Digitalen Klasse weiterentwickelt. Neben Klassenarbeiten kommen vielfältige digitale Formate zum Einsatz, z. B. Lernprodukte, Portfolios oder Präsentationen.
Grundsätze dabei sind:
- Transparenz durch klare Kriterienraster
- Kompetenzorientierung statt reiner Ergebnisfixierung
- Prozessbewertung und Selbstreflexion
Rückmeldungen erfolgen schriftlich, mündlich oder digital gestützt.
Agil, reflektiert, weitergedacht
Die Digitale Klasse ist ein dynamischer Entwicklungsprozess. Erfahrungen werden regelmäßig im Klassenleitungsteam als auch mit allen anderen in der Klasse unterrichtenden KollegInnen reflektiert, u. a. mithilfe digitaler Umfragen, Lerntagebücher und gemeinsamer TaskCards. Eltern werden transparent informiert und aktiv einbezogen.
Langfristig sollen bewährte Elemente:
- in weitere Klassen übertragen
- in die schulinterne Fortbildung eingebunden
- und fest in der Schulentwicklung verankert werden.
Die Digitale Klasse steht für …
- individualisierte Lernwege im Klassenverband
- gelebte Inklusion durch digitale Differenzierung
- kompetenzorientiertes und selbstgesteuertes Lernen
- vielfältige Leistungsformate und transparente Bewertung
- nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung
AnsprechpartnerInnen: Z. Temizcan (Team Digitales), Patrick Ebschke (Digitalisierungsbeauftragter), Frank Nix (Didaktischer Leiter)
Einblicke aus dem Englisch- und Matheunterricht:



















