Wie sprechen Jugendliche und ältere Menschen über Klimawandel, Gesundheit und Sicherheit? Was bedeutet ein gutes Leben? Wie erlebt man heiße Sommertage im Alter? Und welche Verantwortung tragen wir für kommende Generationen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 7c der Ernst-Barlach-Gesamtschule Dinslaken gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des AWO Seniorenzentrums Wilhelm-Lantermann-Haus. Im Rahmen des Projekts „Unsere kleine Farm II – Gutes Klima im Quartier“ entstand ein generationsübergreifender Austausch, der eindrucksvoll zeigte: Trotz unterschiedlicher Lebensgeschichten verbinden Jung und Alt viele gemeinsame Werte.
Werte schaffen Gesprächsanlässe
Den Einstieg bildeten spezielle Wertekarten, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler persönliche Wünsche und Werte den fünf Klimathemen Energie und Ressourcen, Konsum und Ernährung, Mobilität und Unterwegssein, Wohnumfeld und Alltag sowie Klimarisiken und Sicherheit zuordneten. Die Karten eröffneten einen lebendigen Austausch über das, was Menschen unabhängig vom Alter wichtig ist.

Begegnungen, die berühren
Besonders eindrucksvoll waren die persönlichen Geschichten. Ein Senior berichtete von seinen Erinnerungen an den Fliegeralarm im Zweiten Weltkrieg und davon, wie seine Schule nach einem Bombenangriff zerstört wurde. Tief bewegt waren die Teilnehmenden auch von der Erzählung einer Schülerin, die selbst Krieg und Flucht erlebt hat. So wurde deutlich, dass der Wunsch nach Sicherheit Generationen verbindet – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Erfahrungen heraus.
Im weiteren Gespräch tauschten sich die Teilnehmenden über Alltag, Sport, Freundschaften, Digitalisierung und Klimawandel aus. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie wichtig Gemeinschaft ist und wie leicht gleichzeitig Einsamkeit entstehen kann, wenn viel Zeit allein vor dem Bildschirm verbracht wird. Ebenso wurde deutlich, dass Hitze ältere Menschen oft deutlich stärker belastet als Jugendliche.
Nachdenklich stimmte die Aussage einer Bewohnerin, dass bereits vor Jahrzehnten vor den Folgen des Klimawandels gewarnt worden sei. Auch die offenen Gespräche über die Herausforderungen des Älterwerdens – etwa nachlassendes Hör- und Sehvermögen oder die zunehmende Abhängigkeit von Unterstützung – hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern einen bleibenden Eindruck.
Klimagesundheit praktisch erleben
Die Gruppe besuchte zudem den liebevoll gestalteten Farmgarten des Seniorenzentrums. Hasen, Hühner sowie Gemüse- und Kräuterbeete zeigen, wie Natur, Tiere und gemeinsames Gärtnern Gesundheit, Bewegung und Begegnung fördern. Im Projekt „Unsere kleine Farm II – Gutes Klima im Quartier“ wird der Garten zudem unter dem Aspekt der Klimagesundheit weiterentwickelt – unter anderem durch mehr Schattenbereiche und Maßnahmen zum Hitzeschutz.





Mehr als ein Projekttag
Der Besuch machte deutlich, dass Klimagesundheit weit mehr ist als ein Umweltthema. Sie betrifft das tägliche Leben aller Generationen. Die Schülerinnen und Schüler nahmen wertvolle Eindrücke und neue Perspektiven mit nach Hause, während die Bewohnerinnen und Bewohner erlebten, dass ihre Erfahrungen aufmerksam gehört und wertgeschätzt wurden.
Der Projekttag zeigte eindrucksvoll: Wenn Generationen miteinander ins Gespräch kommen, wachsen Verständnis, gegenseitiger Respekt und die gemeinsame Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft.
Text & Fotos: B. Röttger (Koordination „Schule der Zukunft“)
