BNE–Themenwoche vom 22.-26.04.2024: Ein Rückblick

Jeder Jahrgang muss aufs Neue mit auf den Weg genommen werden, wenn es um das Bewusstsein für die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN geht.

Ja. Dies bestätigte sich auch in dieser Woche.

Die 17 SDGs einfach zu erklären, ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung: Wer hat diese Ziele festgelegt, wann, warum? Was will die Agenda 2030 erreichen? Und: Welche Gedanken hast du dazu? Welche dieser Ziele findest du besonders wichtig? Worüber möchtest du gern mehr wissen?

Wir freuen uns, in dieser BNE-Themenwoche ein Team von GermanDream zu Gast gehabt zu haben. Unkonventionell kamen sie mit den Schülern/innen des 7. und 8. Jahrganges in einen Austausch über Werte. Sie erzählten von sich und ihren Erfahrungen, luden uns ein, auch davon zu erzählen, welche Haltungen uns wichtig sind, und warum. 

Ein Tafelbild fasste die Überlegungen der Klasse zusammen:

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. (*Im Bundestag wird noch diskutiert, ob das Wort Rasse aus dem Grundgesetz entfernt werden soll.)“, heißt es im Grundgesetz /Art. 3 Abs. 3 GG, so vermitteln die Wertebotschafter/innen.                                                                                                                                                                                                       

Und wenn unsere Schüler/innen – am Ende der Veranstaltung befragt, was sie heute gelernt haben – formulierten, dass sie nicht mehr beleidigen wollen, sie gelernt haben, was ihre Mitschüler/innen wertschätzen, dann ist es nicht weit hergeholt zu konstatieren, dass sie im Sinne dieses Parapraphen weitergebildet wurden.

Unser Wertekompass ist auch im Religionsunterricht Thema. Lasst uns darüber reden: Welche Werte sind uns im Leben wichtig? Und wenn es so ist, dass Gerechtigkeit, Glaubensfreiheit, Akzeptanz, Toleranz und Gleichberechtigung dazugehören, dann lasst uns problematisieren, warum in unserer Klasse eine Schülerin, die von ihrem Glauben erzählt, sich von einem Mitschüler anderen Glaubens ausgelacht und nicht respektiert fühlt.

Und lasst uns noch größer denken: Welche unserer Werte haben ein Zusammenhang mit den 17 SDGs?

„Was geht mich das an, wenn in Simbabwe oder México Kinder auf der Straße leben, arbeiten, statt in die Schule zu gehen“, hört man eine Schülerin im 8. Jahrgang sagen. In derselben Klasse reagiert aber auch ein Mitschüler mit Befremdung, ob sie sich für diese Bemerkung nicht schäme.

Es gehört eben für viele nicht zum Alltag, in globalen Zusammenhängen zu denken.

Mit unserer Bildungsarbeit können wir einen Beitrag dazu leisten.

Im Sportunterricht einer 7. Klasse z.B., wenn in einem Hallenteil eh nicht alle auf einmal Fußball spielen können, beschäftigt sich ein Teil der Gruppe mit der Produktion von Fußbällen in Pakistan, den Lebensumständen von Fußballnäherinnen und Fairem Handel. Nebenbei ermutigt ein Mädchen, das im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen Fußball im Verein spielt, beim geschlechtergetrennten Spiel die Mädchen der Klasse, sich spielerisch etwas zuzutrauen, wenn der Ball einem zu Füßen liegt.

In der Oberstufe ist im 11. Jahrgang das ‘Menschsein’ Thema, dazu gehören auch Zukunftsvorstellungen. In Anlehnung an Workshopangebote des Ernst Barlach Museums in Ratzeburg unternehmen die Schüler/innen eine Fantasiereise in die Zukunft. Welche Bilder dabei vor ihrem inneren Auge auftauchen? Wir tauschen uns darüber aus, stellen Bezüge zu den SDGs her. Mit Material des Jugendprojektes BarlachGoYoung können wir zu den ‘Grenzen des Wachstums’ arbeiten. Wir schauen uns an, wie der Mensch in dem Zeichentrickfilm ‘Man-Evolution- Pollution’ auf der Erde sein Unwesen treibt und versetzen uns in die Rolle der Mutter Erde, die den Menschen etwas sagen möchte.

Und auch das Kinderrechtsteam der EBGS – in diesem Schuljahr feiert es sein 20jähriges Bestehen – ist in dieser Woche im Einsatz. Vorbereitet haben die Schüler/innen – derzeit vorwiegend aus dem 5./6. Schuljahr – für eine Klasse des 10. Jahrganges Unterricht über den Zusammenhang von SDGs und Kinderrechten. Man freut sich schon darauf, zukünftig auch von anderen Klasse ‘gebucht’ zu werden. Und auch wenn das anschließende Projekt in Kooperation mit dem Friedensdorf schon begonnen hat, hierfür wird sicherlich Zeit sein.

Text und Fotos: B. Röttger (Koordination “Schule der Zukunft”)

Weitere Eindrücke aus der BNE-Themenwoche

Kolleginnen berichten aus ihrem Unterricht 

Daniela Andres (Lehrerin für Englisch, Italienisch und Hauswirtschaft):

“Ich hatte zwei Mal Vertretung in der 6b. Wir haben uns zunächst über die Nachhaltigkeitsziele der UN unterhalten und dann haben die Kinder auf Plakaten festgehalten, was wir für eine gute Zukunft benötigen.

In der 5 in HW haben wir uns über saisonales und regionales Essen unterhalten. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder gar nicht wissen, wo unsere Kartoffeln im April herkommen. Daher besuchten wir am 12. Juni den Hof Vahnenbruck in Dinslaken (siehe Bericht auf der HP vom 20. Juni 2024). Außerdem wollten wir Kressen ziehen, was nicht geklappt hat. Danach starteten wir einen erneuten Versuch und kauften darauf die Woche auf dem Hof regional ein und verkochten die Einkäufe und unsere Kresse. 

In der EF in Italienisch haben wir uns mit der “raccolta differenziata”, also der Mülltrennung beschäftigt. Dazu haben wir ein YouTube-Erklärvideo geschaut und dadurch das neue Vokabular und wie Mülltrennung in Italien funktioniert gelernt. Dann haben wir auf Arbeitsblättern Müll “sortiert” und somit das neue Vokabular gefestigt.

In HW in der 8 haben wir uns mit konventioneller Milch vs. Biomilch beschäftigt.

In HW in der 7 haben wir saisonale Kräuter und Gemüse als Gemüsesticks und Kräuterquark verarbeitet.

Und im Jahrgang 5 in Englisch haben wir über “feelings” gesprochen. I feel great when… I feel fed up when…”

[Während dieser Zeit entstandene Fotos sind leider verloren gegangen.]

Tanja Kallweit (Lehrerin für Deutsch, Pädagogik, Kunst und Hauswirtschaft)

Thema: “Der Mensch im Spannungsverhältnis zwischen Natur und Technik” (Klasse 9h)

Sabine Dicke (Lehrerin für Deutsch, Kunst, FöBo “Modewerkstatt”)

Thema (Kunst): Angelehnt am Bild von E. Munch “Der Schrei” / Frage: Was bringt dich zum Schreien? Was stellt für dich eine Bedrohung (in der Natur) dar? (Klasse 9)

Thema (FöBo “Modewerkstatt”): “Upcycling” (Jahrgang 10)

Irina Leute (Lehrerin für Englisch und Kunst)

Klasse 8D: Kacheln

Die Klasse 8D gestaltete die Symbole der 17 Ziele für Bildung und Nachhaltige Entwicklung als Collagen nach Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema.

Klasse 9B:

Im Zuge der BNE-Woche setzte sich die Klasse mit den Zusammenhängen der 17 Ziele auseinander. Nach einer versuchten Priorisierung, welche Ziele universell und zentral sind, entstand eine Montage mit Holzresten auf Leinwand. Passend zum Thema wurde Rote Bete-Saft als natürliche und nachhaltige Farbe benutzt. Ebenso wurde Holzkohle für dunkle Akzente eingesetzt. Die auf Begriffe reduzierten Ziele wurden mit einem Holzbrenner eingraviert.

Farbtests:

Entstehung:

Jahrgang EF: Unterwasserwelt

Im Jahrgang EF (11. Klasse) wurde mit allen drei Kunst-Kursen das Thema “Unterwasserwelt” kritisch hinterfragt und malerisch auf 40×40 Holzplatten umgesetzt.

Jahrgang Q1 (12. Klasse):

Der Q1-Kurs gestaltete vielseitige Installationen (etwas aus verschiedenen Materialien räumlich Gebautes) zu Ursachen, Folgen und globalen Zusammenhängen des Klimawandels. Dabei wurde zum Beispiel der ökologische Fußabdruck als auch der positive Handabdruck visuell verdeutlicht.

[Fotos folgen noch!]

Alexandra Knappig (Lehramtsanwärterinnen für Sonderpädagogik Förderschwerpunkt LE)